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Ein Gedanke hat mich durch die österliche Buss-Zeit begleitet und im wahrsten Sinn des Wortes fließt er auch in diese Zeit,
in diese diese österliche Zeit, in der wir das Leben feiern dürfen.
Eine konkrete Umsetzung finden sie z.B auch, wenn sie die Kirche in Frauenroth besuchen.
Dieser Gedanke ist die Erinnerung an die Wüstenwanderung des Volkes Israel.
Diese besondere Zeit ist für mich vergleichbar mit dieser Geschichte im Buch Exodus.
Mehr als sonst ist diese Erfahrung des Volkes Israel auf ihrem Weg aus dem Sklavenhaus
ins Land, in dem Milch und Honig fließen, als Bild mir vor Augen.
Das Murren und Knurren, warum hast du uns herausgeführt aus Ägypten,
dort war nicht alles in Ordnung, aber bei allen Einschränkungen - wir konnten leben.
Jetzt sind wir in der Wüste und leiden Hunger und Durst.
Der Vergleich von vor und in Corona mit in Ägypten und jetzt in der Wüste hinkt sicherlich,
aber für mich ein Bild, das mich trägt und auch Hoffnung wachsen lässt.
Wie das Volk Israel das neue Land nicht kennt, so können auch wir nicht sagen,
was uns blühen wird.
Was uns blühen wird - ist ja auch eine Formulierung, die doppeldeutig sein kann ….
Dir blüht etwas, wenn du dieses oder jenes nicht tust ….
oder es blüht etwas auf, wo du vielleicht den Samen gelegt hast,
aber das Wachsen durch einen anderen kommt.
Lassen wir uns überraschen, was Gott für eine Zukunft für uns bereit hält,
wovon ich zutiefst überzeugt bin ist eben ER ein Gott, der uns das zur Verfügung stellt,
was von Nöten ist und uns aus Nöten befreit:
Und in der Wüste ist dies mit Sicherheit Wasser und so lade ich ein einzustimmen
in einen Lobpreis auf Wasser, den ich irgendwo gefunden habe:

Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der seine Gewalt bannte, die Wasserwogen beruhigte und der über das Wasser schritt.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der im Wasser des Jordan getauft wurde und der seinen Jüngern auftrug, zu taufen mit den Wassern des Lebens.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der Wasser zu Wein werden ließ und der das Fest zu neuem Leben erweckte zur Freude und zum Glück aller.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der an einem See wirkte und lebte, der am Ufer des Wassers seine Heimat hatte, der vom Wasser aus zu den Menschen sprach.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der den Kranken heilte am Teich von Betesda, der zum lebendigen Wasser wurde für den Gelähmten.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der der Frau am Brunnen lebendiges Wasser versprach, Wasser, nach dem es keinen Durst mehr gibt, Wasser ewigen Lebens.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der Wasser nahm und seinen Freunden die Füße wusch, der Wasser zum Zeichen des Dienstes aneinander machte.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der seinen Jüngern auftrug, mit Wasser zu taufen, eine Brücke zu schlagen zwischen Gott und den Menschen.
Ich preise das Wasser, und ich preise den Herrn des Wassers,
der zu uns kam wie Tau aus der Höhe, wie Regen auf trockenes Land - lebendiges Wasser von Gott.


Stephan Hartmann, Dekan

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