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Der „Mutmachtag“ für die in den kirchlichen Gremien tätigen Katholiken des Pastoralen Raums Bad Bocklet/Burkardroth hatte als Referenten den Domvikar Paul Weismantel auf dem Programm.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Dieses Zitat wird dem französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry zugeschrieben und diente Dekan Stephan Hartmann im Vorfeld der Veranstaltung als Aufhänger für die Einladung. 

Im mit 40 Teilnehmern gut besuchten Vortragsraum des Burkardus Wohnparks in Bad Kissingen begrüßte er dann auch den hochkarätigen Gast aus Würzburg. Und dieser schaffte es tatsächlich im Verlauf des Tages, den anwesenden Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungsmitgliedern neuen Mut zuzusprechen für ihre vielfältigen Arbeiten in den Pfarreien des neuen Pastoralen Raums. 

„Der Mensch braucht 5 positive Erfahrungen, um ein einziges negatives Erlebnis auszugleichen.“ Mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis von Psychologen ermunterte Paul Weismantel seine Zuhörer, sich jeweils die 3 glücklichsten Augenblicke der vergangenen Woche gegenseitig zu erzählen und er nahm sich selbst dabei nicht aus. 

In einem gemeinsam gesungenen Lied lautete der Refrain: „Du kannst atmen, du kannst fühlen, kannst auf neuen Wegen geh´n. Freu´ dich, dass dich and´re brauchen und dir in die Augen seh´n.“

Im Auftrag Jesu „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ steckt ja auch das Gebot der eigenen Wertschätzung: Warum also nicht auch einmal aufschreiben, was ich an mir selbst mag? Ganz still und nur für mich selbst! 

Zu Beginn der zweiten Einheit am Vormittag erzählte Domvikar Weismantel die jüdische Geschichte „Wie der `Liebe Gott´ seinen Tag verbringt“. Ein Viertel des Tages verbringt er mit Schweigen! Ein kleiner Hinweis darauf, wie wichtig es ist, zu hören, zu spüren, achtsam zu sein für die Probleme der Mitmenschen, auf seine innere Stimme zu hören. Das zweite Viertel des Tages sitzt Gott auf dem Thron der Gerechtigkeit. Wie wichtig ist es doch, dass sich alle gerecht behandelt wissen. Dabei ist der Perspektivwechsel so wichtig. Wie sehen die Dinge aus der Sicht des anderen aus? Das dritte Viertel des Tages sitzt Gott auf dem Thron der Barmherzigkeit. Wo kann ich helfen? Wem kann ich verzeihen? Wen werde ich besuchen? Mit wem muss ich wieder einmal sprechen? Und das letzte Viertel des Tages verbringt Gott mit Spielen, Singen und Tanzen. Wie schön ist es, gemeinsam zu singen! Wann habe ich mir zuletzt die Zeit genommen, etwas mit der Familie zu spielen? Und vergessen wir nicht, wie wunderbar es ist zu tanzen! 

In einer weiteren Einheit dieses Tages forderte der Referent auf, sich mal mit seinem eigenen Namen zu befassen. Was bedeutet er? Warum haben meine Eltern mich so getauft? Welche interessanten Erlebnisse hatte ich in Bezug auf meinen Namen? 

In einer anderen halben Stunde stand die Zeit im Mittelpunkt seiner Gedankenanstöße. Er betonte die Kunst, im Hier und Jetzt zu sein, ganz bewusst und mit Freude. Nicht ohne Grund gibt es in der englischen Sprache nur ein Wort für „Gegenwart“ und „Geschenk“: nämlich “present“. Machen wir uns wieder einmal bewusst, dass die Zeit ein Geschenk Gottes ist. Nehmen wir uns deshalb einfach mal die Zeit, das Sonntagsblatt aufmerksam zu lesen, denn so scherzte Paul Weismantel: „Was haben das Sonntagsblatt und Schwiegermütter gemeinsam? Antwort: Beide sind in der Regel besser als ihr Ruf.“ 

Der Nachmittag war überschrieben mit der Frage: „Wer waren oder sind die Lichtgestalten deines Lebens? Wer vor allem war für die Grundlegung deines eigenen Glaubens maßgebend?“ Und wieder hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich darüber im kleinen Kreis zu unterhalten. Von der abschließenden Zusammenfassung, die Domvikar Weismantel in gewohnt spontaner und lockerer Art und Weise gab, blieben den Zuhörern noch zwei Kernsätze im Gedächtnis: „Der Zweifel gehört zum Glauben.“ und „Alles vergeht. - Die Liebe bleibt! - Weil sie göttlich ist!“ 

Walter Kuhn

Vorsitzender der Pfarreienkonferenz der

Pfarreiengemeinschaft „Der Gute Hirte im Markt Burkardroth“

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